Im September ließ ich mich dann aus Verzweiflung auf das Anorexie-Programm in Havelhöhe ein. Am Anfang bekam ich von der großen Essensmenge Durchfall und wurde krank. Ich wurde in den ersten Wochen aber schlecht kontrolliert und aß immer nur so viel, wie ich Appetit hatte, in der Anfangszeit sehr wenig, wodurch ich sogar noch Gewicht verlor, da meine Verdauung mit verstopfenden Essen besser funktionierte und ich viele Brötchen aß, konnte ich die Nahrungsmenge immer weiter steigern, bis ich mir sogar in der Küche ausliegende Brötchen zusätzlich zum Essen nahm und in kurzer Zeit sehr viel Gewicht zunahm.

In dem Essvertrag stand sogar, dass zusätzliches Essen erlaubt sei, das Menu bestand aus kaum 2000 kcal, dazu kam, dass ich keinen raffinierten Zucker metabolisieren konnte und die Tierprodukte aus ethischen Gründen bzw. aus Prinzip niemals aß.

Ich nahm in einer Woche drei Kilogramm Gewicht zu, und berichtete Der Ärztin, dass ich mich nie an den Essensplan gehalten hatte. Daraufhin entschied der Oberarzt Dr. Buchwald, dass ich mich von nun an streng an den Essensplan halten musste. Die Ernährungsberaterin in der Charité hatte mir einen Energiebedarf von 2900 kcal errechnet, während in Havelhöhe jeder Essgestörte die gleiche Essmenge bekommt und auch gleich am ersten Tag alles aufessen muss, was ernährungsphysiologisch ziemlich schädlich ist. Ich bekam ein Küchenverbot und konnte in den folgenden Tagen nur noch deutlich weniger essen und es war sehr frustrierend, dass ich jetzt wo meine Verdauung besser war als seit Jahren, ich nicht so viel essen durfte, wie ich Appetit hatte. Der Hunger trieb mich dann dazu, dass ich mir doch wieder extra Brötchen nahm, was von der Oberschwester entdeckt wurde und ich dafür die Rote Karte bekam. Das war ein sehr demoralisierendes Erlebnis.

Nachdem ich zuletzt Akteneinsicht beantragt hatte, wurde die Herausgabe von Dr. Buchwald erst ein Monat verschleppt, dann fehlten die drei entscheidenden Seiten aus diesem Zeitraum, und gerade an dem Tag fuhren Dr. Buchwald und die zuständige Sekretärin für zwei Wochen in Urlaub.

Herr S. zweifelt die Diagnose tendentiell [nicht tendentiell, kategorisch!] ab, beschreibt jedoch aus eigener Sicht die schlechte körperliche Verfassung und das starke Untergewicht. Eine psychosomatische Ursache schließt der Patient als Ursache seiner Krankheit nicht aus.

Subjektiv imponieren vor allem Verdauungsbeschwerden in Form breiiger bis wässriger Stühle nach Aufnahme von zu viel bzw. für ihn subjektiv schwer verdaulicher Nahrung. Er selbst beschreibt seine Erkrankung als "Verdauungsblockade".

Selbst induziertes Erbrechen, Laxanzien- oder Diurektikaabusus habe zu keiner Zeit bestanden.

Therapie und Verlauf:

Mit Hr. S. wurde ein Therapievertrag abgeschlossen, in dem er sich zu einer Gewichtszunahme von mind. 500 g/Woche verpflichtete. Er erhielt ein Diättraining innerhalb eines vorgegebenen Mahlzeitensettings, in dem er durch die Ernährungstherapeutin [Fr. Stein, eine "ehemalige" Magersüchtige, die aber offensichtlich einen Rückfall hatte. Als ich letzten Monat in Havelhöhe von Dr. Buchwald als "Fehleinweisung" nach Hause geschickt wurde, weil er sich nicht mit mir auseinandersetzen wollte, war es immerhin eine kleine Genugtuung, dass ich inzwischen einen höheren BMI als die Ernährungstherapeutin habe] begleitet wurde.

Darüber hinaus erfolgte in Form von künstlerischen Therapien, äußeren Anwendungen und psychotherapeutischen Gesprächen eine Unterstützung zur Bearbeitung des Ambivalenzkonfliktes und zur Verbesserung der Körperwahrnehmung und des Körpergefühls.

Unter dem genannten Therapiesetting konnten Herr Steuber insgesamt 1,4 kg zunehmen, wobei währen des Aufenthaltes sehr starke Gewichtsschwankungen von Tag zu Tag beobachtbar waren. [bevor man mir verboten hatte, zusätzlich Brötchen zu essen, war mein Gewicht über 51 kg gewesen!] Das Entlassungsgewicht betrug 48,6.

Das psychiatrische Konsil ergab keinen eindeutigen Anhalt für einen bestehenden Wahn, bestätigte jedoch die vorliegende schwere Depression des Patienten.

Der Ambivalenzkonflikt war während des gesamten stationären Aufenthaltes deutlich spürbar. Einerseits wünschte sich Herr S. Unterstützung hinsichtlich seiner von ihm selbst wahrgenommenen "Verdauungsblockade", auf der anderen Seite zweifelte er die Diagnose tendentiall an.

Des Weiteren hatte Herr S. Schwierigkeiten in der Annahme und Einhaltung der Regeln im Rahmen unseres Therapiesettings, so dass es nach 3-madigem [die Rechtschreibung habe ich original übernommen, ich betone aber, dass mir Menschen, die keinen Wert auf korrekte Rechtschreibung legen, sehr sympathisch sind, wahrscheinlich war die anthroposophische Ärztin eine ehemalige Waldorf-Schülerin] Regelverstoß zur Entlassung des Patienten kam. Im Abschlussgespräch kommunizierte Herr S., dass es für ihn sehr schwierig sei, Regeln zu befolgen, die er für sich selbst nicht als sinnhaft erlebt, versteht jedoch auf der anderen Seite die Notwendigkeit bestehender Regeln und Vorgaben zu öffnen, um seine Erkrankung zu behandeln.

Mir wurde ein Platz in der Ananke-Klinik in Passau vermittelt, wo wie mir gesagt wurde, man sich selbstständig am Buffet bedienen kann und nicht bevormundet wird. Es stellte sich jedoch als das Gegenteil heraus, Neuankömmlinge bekamen in der ersten Woche kein Obst/Rohkost und nur fettiges versalzenes, gezuckertes Essen, was für mich der absolute Horror war. Auch hier wurde ich gezwungen, gegen meine ethischen Überzeugungen Tierprodukte zu essen. Auch hier funktionierte der Esszwang nicht, nach einigen Tagen war ich wieder so appetitlos, dass ich abbrechen musste, wofür ich von meiner Familie wieder sehr viel Vorwürfe bekam.

Ananke-Klinik 30.10.2013

Herr S. war in unser Esskonzept mit regelmäßiger Teilnahme am Phasetisch integriert. Das Gewicht veränderte sich von 49,4kg auf 48,9kg bei Entlassung. Es gelang Herr S. nicht sich in das stationäre Setting einzufügen. Er geriet immer mit den Regeln am Phasetisch in Konflikt, da ihm diese unsinnig erschienen. Auch wurden immer wieder Kognitive Dysfunktionen über die Wirkungen des Essens deutlich, von denen sich der Pat. nicht distanzieren konnte. Zudem geriet er wiederholt in Konflikt mit anderen Pat. [Ich wechselte kaum ein Wort mit den Magersüchtigen. Diese fühlten sich von mir bedroht, da ich ein ganz anderes Krankheitsbild hatte, und dort nicht reinpasste. Ich wurde von ihnen gemobbt, einige nahmen mir es mir übel, weil ich darauf verwies, dass der Käse (Lab) und der Joghurt (Gelatine) nicht vegetarisch seien, und man mich nicht zwingen könnte, tote Tiere zu essen] , da er sich nicht integrieren konnte. Wir haben deshalb dem Wunsch des Pat. nach vorzeitiger Entlassung entsprochen.

Weil die Situation bei meinen Eltern immer angespannter wurde und ich mehrere Tobsuchtanfälle hatte, weil sie kein Verständnis hatten und mir nur Vorwürfe machten, ging ich das erste Mal auf die TWW-Psychiatrie.

06.12.13 Psychiatrie Theodor-Wenzel-Werk

Wir sahen einen wachen. bewusstseinsklaren und zu allen Qualitäten voll orientierten 32jährigen Patienten. Mnestik intakt, Auffassung reduziert, Konzentration deutlich reduziert, Antriebe reduziert. Formales Denken geordnet, verlangsamt. Kein Anhalt für Ich-Störungen und Sinnestäuschungen. Wahn: Nicht sicher beurteilbar, kob nicht doch Wahnvorstellung bezüglich Verdauung vorliegt. Stimmung deutlich niedergeschlagen, verzweifelt.

Unter der niedrig dosierten Olanzapin-Medikation kam es zu keiner Besserung der Symptomatik. Herr S. gab an, einen Platz in der Abteilung für Psychosomatik des Gemeinschaftskrankenhauses Havelhöhe zur Behandlung seiner Essstörung zu haben. Er wolle gerne auch eher dort stationär aufgenommen werden.

Nach telefonischer Auskunft des Sekretariats der Abt. für Psychosomatik des Gem. Havelhöhe sei frühestens im März 2014 eine Aufnahme möglich.

Danach ließ ich mich aus Verzweiflung und mangelnder Alternativen noch einmal auf das Anorexie-Programm in Havelhöhe ein, wo mir eine feindselige Stimmung entgegen schlug, weil ich schon den Ruf eines extrem schwierigen untherapierbaren Patienten hatte. In den ersten Tagen entwickelte ich vom vielen Essen wieder so starke grippale Symptome, dass ich abbrechen musste.

16.12.2013 Havelhöhe

Diagnosen:

Atypische Anorexia Nervosa, DD Wahnhafte Störung

Anamnestisch Depression

V.a. Persönlichkeitsstörung

Kürzlich war der Patient in der Ananke Klinik in B. F. stationär gewesen, habe sich dort aber nicht in das Konzept einfügen können. Im Anschluss sei er nochmals im Theodor-Wenzel-Werk stationär gewesen. Bei V.a. Wahnvorstellungen habe man ihm eine Behandlungen mit Behandlung mit Psychopharmaka empfohlen. Der Patient selber habe die Vorstellung, dass sein Verdauungssystem unter erhöhter Nahrungsaufnahme und Kalorienzufuhr zu stark belastet sei und er dadurch an Gewicht verlieren würde. [was Ärzte nie verstanden haben ist, dass ich meine Verdauungskapazität natürlich kurzfristig überlasten kann, langfristig sie dadurch aber noch geringer wird. Eine Analogie ist, dass wenn man bei einem Marathon die ersten Kilometer sprintet, man wahrscheinlich auf der Strecke bleibt und niemals ins Ziel kommt] Die Diagnose von Wahnvorstellungen zweifelte er an, weshalb er aktuell auch keine Behandlung mit Psychopharmaka wünschte. Da er aktuell sehr verzweifelt sei, habe er sich nun erneut auf unser Anorexie-Programm mit dem Ziel einer Gewichtszunahme eingelassen.

Therapie und Verlauf:

Der Patient erhielt regelmäßige Gespräche mit unserer Ernährungstherapeutin. Der Diätplan sah eine Mindestkaloriemenge von 2.200 kcal am Tag vor. Bei Aufnahme sahen wir ein Gewicht von 50,1 kg gegenüber 48,6 kg bei der letzten Entlassung 2013. Nach nur wenigen Tagen bestand ein deutlicher Ambivalenzkonflikt. Der Patient gab an, sich mit unserem Anorexie-Programm nicht anfreunden zu können. Er habe das Therapieangebot nur wahrgenommen, weil es das kleinere Übel gewesen sei und er keine Alternative gehabt habe. Er gab an die Portion hier aufgegessen zu haben, obwohl er der Annahme sei, das er sich dabei krank essen würde. Durch die erhöhte Kalorienzufuhr würde sein Verdauungssystem überlastet sein und er eher an Gewicht verlieren als zunehmen. Initiiertes Erbrechen wurde verneint [um den Bulimie-Unterstellungen entgegenzuwirken, war ich freiwillig eine halbe Stunde nach dem Essen im Essensraum geblieben]. Das gemessene Gewicht im Verlauf zeigte eine Gewichtsabnahme von 1,5 kg seit der Aufnahme [genauer genommen nach dem 1. Tag]. Hr. S. war nun der Auffassung die höhere Nahrungsaufnahme bedeute für ihn eine Selbstzerstörung und würde ihm nur schaden, weshalb er sich sich nicht mehr in unser Konzept einfügen könne.

 

Es dauerte ziemlich lange, bis sich die Symptome wieder legten und durch die desaströsen Erfahrungen verbesserte sich auch danach meine Verdauung nicht mehr und ich konnte wochenlang fast überhaupt nichts essen.

Die Webseiten dieser beiden genialen Künstler: Politicalartfranzetta Vaccine Fraud (Youtube) www.vaccinefraud.com

 

Die Charité und die Verbrechen an den Patienten (Berliner Morgenpost)

Viele ihrer Kliniken und Institute wurden in den zwölf Jahren zwischen 1933 und 1945 zu Orten der NS-Rassen- und Vernichtungsmedizin. „Teile der Ärzteschaft und des pflegenden Personals folgten bereitwillig den Paradigmen des herrschenden Regimes“, stellte Charité-Chef Karl Max Einhäupl [...] fest. 

Impfversuche an Kindern in der Nervenklinik

Wieso sie offenbar ohne erkennbare Bedenken menschenverachtende oder zumindest ethisch fragwürdige Experimente und Zwangssterilisationen an Menschen durchführten. Darunter etwa der Leiter der Kinderklinik der Charité, Georg Bessau, der [Kleinkinder] für Tuberkulose-Impfversuche missbrauchte und ihnen so vor ihrem Tod noch unermessliche Schmerzen bereitete.

Das Gesetz, das nicht aufhebbar ist

NS-Unrecht konnte per definitionem nur an bestimmten Personengruppen begangen worden sein. So wurde der Begriff des “Verfolgten” für ein und allemal festgeschrieben. Zwangssterilisierte und Betroffene der “Euthanasie” wurden explizit aus dieser Definition ausgeschlossen.

So entschied das OLG Hamm sowohl gegen die Verwerfung des Gesetzes (“Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses”), da es nicht gegen “rechtsstaatliche Grundsätze” und das “Naturrecht” verstieße. In den 60er Jahren vertraten die Sachverständigen den Standpunkt, dass es sich bei dem Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses nicht um nationalsozialistisches Unrecht, sondern um eine von der deutschen Ärzteschaft mit großem Verantwortungsbewusstsein umgesetzte Maßnahme zum Wohle des deutschen Volkes gehandelt habe.  

Es dauerte nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges noch mehr als 60 Jahre, bis Zwangssterilisierte offiziell rehabilitiert wurden, das Leid, das ihnen zugefügt wurde, wird aber entschädigungsrechtlich nicht als Folge systematischen staatlichen Unrechts anerkannt.  

 

Aufhebung des NS-Erbgesundheitsgesetzes gefordert (Tagesspiegel 13.07.2006)

Die Geisteskranken waren von vornherein als erste Opfer der geplanten Euthanasie-Aktion ausersehen.“ 
-Bert Honolka

Nachdem ich die Autorin dieser (etwas befremdlichen) Ernährungsleitlinien kontaktierte und ihr den Artikel "Die wahren Hintergründe von Essstörungen" zum Lesen gab, veranlasste sie, dass sie aus dem Internet genommen werden.

 

Ich hoffe, von Ärzteseite wird es noch eine gute Erklärung geben.

Download
Ernährungsleitlinien für Magersüchtige (Charité)
Diese Leitlinien hören sich wie eine Anleitung zum "Refeeding-Syndrom" an.
Anorexia Nervosa - Ernährungstherapeutis
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„In der Verhandlung offenbarte sich Pfannmüller als unbeirrter Anhänger des nationalsozialistischen „Euthanasie“-Gedankens und machte kein Hehl aus seiner rassistischen Einstellung. Sein aktives Mitwirken an den Krankenmorden redete er klein. Das Gericht zeigte Verständnis. Die bürgerlichen Ehrenrechte und somit der Doktortitel blieben ihm erhalten, auch ein Berufsverbot wurde nicht erteilt. Trotz des milden Urteils ging Pfannmüller in die Berufung und erreichte am 15. März 1951 eine Herabsetzung der Strafe auf fünf Jahre. Seine Reststrafe musste Pfannmüller aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr verbüßen.“

NS Dokuzentrum nchen

Für die Einrichtung der Hungerhäuser wurde er dagegen nicht bestraft, weil ihm das Gericht damals nicht nachweisen konnte, dass Menschen zu Tode kamen.“dewiki

 

Die Regierung war schon im Jahr 2005 so sehr um das Leben und die Gesundheit von vulnerablen (unheilbaren) Bevölkerungsgruppen besorgt, dass sie am liebsten alle Essgestörten und Demenz-kranken künstlich ernähren lassen wollte.

 

In welcher Hinsicht könnte man eine synthetische, fettarme Kost als eine "notwendige Ernährung" bezeichnen??

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"Dr. Hermann Pfannmüller hob ein Kleinkind an den Beinen aus dem Bett und erläuterte: »Bei diesem wird es noch zwei bis drei Tage dauern.« [...]

Die Aushungerungs-Methode bot, so interpretierte Schmidt, für die bürokratisch-korrekten Schreibtisch-Täter den Vorteil, im klassischen Sinne kein Mord zu sein. Selektierte starben nicht mehr an Gift oder Gas, sondern an Stoffwechsel-Intoxikationen und Hunger-tuberkulose. [...]

Dem Obermedizinalrat Pfannmüller bestätigte das Münchner Schwurgericht nach dem Kriege, im klassischen Sinne kein Mörder zu sein." 

DER SPIEGEL 49/1965 

Es heißt immer, in der Natur werde »lebensunwertes Leben« von gesunden Tieren unbarmherzig ausgemerzt. Wie falsch diese Ansicht ist, bewiesen die Möweneltern. Denn je verkrüppelter ihre Kinder waren, desto liebevoller opferten sie sich für sie auf. Als all die gesunden Jungmöven der Kolonie schon längst flügge waren und ihre Eltern verlassen hatten, wurden die flugunfähigen Krüppel, die schon so groß wie ihre Eltern waren, immer noch gefüttert und gewärmt.“

 

Die Strafkammer [Hamburg 1949] ist nicht der Meinung, dass die Vernichtung geistig völlig Toter und >leerer Menschenhülsen< [...] absolut und a priori unmoralisch ist. Dem Altertum war die Beseitigung lebensunwerten Lebens eine völlige Selbstverständlichkeit. Man wird nicht behaupten können, dass die Ethik Platos und Senecas, die u. a. diese Ansicht vertreten haben, sittlich tiefer steht, als diejenige des Christentums.“       

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In etwa 15–25 Kinderbettchen lagen ebenso viele Kinder von ungefähr 1–5 Jahren. Pfannmüller explizierte in dieser Station besonders eingehend seine Ansichten. Folgende zusammenfassende Aussprüche dürfte ich mir ziemlich genau gemerkt haben, da sie entweder aus Zynismus oder Tölpelhaftigkeit erstaunlich offen waren. Diese Geschöpfe (gemeint waren besagte Kinder) stellen für mich als Nationalsozialisten nur eine Belastung unseres Volkskörpers dar. Wir töten (er kann auch gesagt haben ‚wir machen die Sache‘) nicht durch Gift, Injektionen usw., da würde die Auslandspresse und gewisse Herren in der Schweiz (gemeint war wohl das Rote Kreuz) nur neues Hetzmaterial haben. Nein, unsere Methode ist viel einfacher und natürlicher, wie sie sehen. Bei diesen Worten zog er unter Beihilfe einer mit der Arbeit in dieser Station scheinbar ständig betrauten Pflegerin ein Kind aus dem Bettchen. Während er das Kind wie einen toten Hasen herumzeigte, konstatierte er mit Kennermiene und zynischem Grinsen so etwas wie: Bei diesem z.B. wird es noch 2 – 3 Tage dauern. Den Anblick des fetten, grinsenden Mannes, in der fleischigen Hand das wimmernde Gerippe, umgeben von den anderen verhungernden Kindern kann ich nimmer vergessen. Weiterhin erklärt der Mörder dann, dass nicht plötzlicher Nahrungsentzug angewandt werden würde, sondern allmähliche Verringerung der Rationen.“

 

In den Prozessen und gegenüber Familienangehörigen bestritt Pfannmüller, der für über 3000 Todesfälle verantwortlich war, seine Beteiligung an den Euthanasieverbrechen. 

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Doch der Protest hatte nur vordergründig Erfolg: Getötet wurde nach wie vor, nur die Methoden änderten sich. Statt die Patienten in zentrale Anstalten zu deportieren und dort zu vergasen, wurden sie nun in den einzelnen Pflegeanstalten so lange gezielt vernachlässigt und mangelernährt, bis sie starben. Diese "dezentrale Euthanasie" hielten die Nationalsozialisten bis... [?]

Bereits im August 1942 begann Valentin Falthauser, Direktor der bayerischen Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren-Irsee, in der Zweiganstalt Irsee mit der so genannten Hungerkost oder Entzugskost, unter den Mördern auch E-Kost genannt. Dabei handelte es sich um eine völlig fettlose Ernährung, die wesentlich nur aus abgekochtem Gemüse und Wasser bestand. Am 17. November fand auf Einladung des Ministerialdirektors im Bayerischen Innenministerium, Dr. Walter Schultze, eine Konferenz der bayerischen Anstaltsdirektoren statt. Dort referierte Falthauser die Anwendung fettloser Kost an arbeitsunfähige Kranke und „aussichtslose Fälle“. [...]

Diese Hungerkost machte die Patienten anfällig: Sie verhungerten nicht, sondern starben zuvor an Krankheiten, denen ihr geschwächter Körper keinen Widerstand mehr entgegensetzen konnte. Der Erlass ging auch an Hermann Pfannmüller, den Leiter der Heil- und Pflegeanstalt Eglfing-Haar. Hier wurden zwei "Sonderkost-Häuser" eingerichtet, deren Bewohner hungern mussten. Ihre Tode sind gut dokumentiert: Die Ärzte fertigten detaillierte Gewichtslisten an; sie läsen sich wie Dokumentationen des Verbrechens, sagt Cranach.                                    Süddeutsche Zeitung 

 

 

 Leider ist Magersucht eine sehr schwere und nicht immer heilbare Krankheit. Nur ein Drittel der Betroffenen werden wieder gesund, ein weiteres Drittel hat zumindest Rückfälle und muss die Therapie immer wieder aufnehmen. Die besonders schwer Erkrankten kämpfen dauerhaft, und 20 Prozent aller Magersüchtigen verlieren diesen Kampf. Sie verhungern an ihrer krankhaften Selbstdisziplin.“ Die Zeit

 

 

Rund 350 000 bis 360 000 Menschen wurden seit 1933 auf der Grundlage des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses zwangssterilisiert; 5 000 bis 6 000 Frauen und ungefähr 600 Männer starben nach diesen Eingriffen. Zerstörte Lebensplanungen, Stigmatisierung und Ausgrenzung, die auch mit dem Jahr 1945 nicht zu Ende waren, waren die Folgen. 

 

Da in der Psychiatrie auch aus anderen Gründen gestorben wird, mußte Faulstich die Sterberegister fast aller deutschen Anstalten durchgehen, die Speisepläne untersuchen, um nach einzelnen Regionen und Orten differenziert herauszufinden, daß während des Zweiten Weltkriegs mehr als 100 000 "nutzlose Esser" vorsätzlich dem Hungertod preisgegeben wurden. 

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11.01.1961 Die Gesundheitsbehörde und die Ärztekammer Hamburgs sind nach Prüfung gemeinsam zu dem Ergebnis gekommen, daß keine rechtliche Möglichkeit und auch keine Veranlassung besteht, gegen die beteiligten Ärzte behördliche und berufsgerichtliche Maßnahmen einzuleiten.

 

Jeder zweite Arzt war Mitglied in Hitlers Partei (Tagesspiegel)

 Auch mein eigener Großvater war Arzt und SA-Mitglied. Bemerkenswert ist, dass auch er 1942/43 für unmündig erklärt wurde und in der gleichen Klinik wie ich Elektroschock-“Therapie“ (EKT) erhielt.

  

 

Das Paradoxon des Verhungert-Werdens und „Nicht-verhungernlassen-Dürfens“

 

Ein Leserbrief von Dr. med. Gerd Höfling
Ich besuche einen alten Freund, der seit zwei Jahren auf der Pflegestation eines Altersheimes "vegetiert". Diagnose: Alzheimer. Er sitzt im Sessel, erkennt mich nicht, gibt keinen Laut von sich, hört nicht und ist blind. Kein Lidschlag, wenn die Sonne in sein Auge fällt. Würde er nicht atmen, könnte er eine Mumie sein. Aus einer Flasche "Astronautenkost" fließt Saft durch einen Schlauch in seinen Leib. Drei Lungenentzündungen hat er durchgemacht. Auf Wunsch der Angehörigen hat der behandelnde Arzt nicht therapiert. Der Freund hat alle drei gut überstanden. Äußerung des Kollegen: "Er hat früher zu gesund gelebt." Die Angehörigen erzählen, der Freund hätte, als er noch Leben äußerte, sich die Schläuche herausgerissen. Offenbar wollte er nicht mehr leben. Jetzt kann er sich nicht mehr wehren. Auf die Frage, die künstliche Ernährung abzustellen, antwortet der Kollege: "Verhungern lassen dürfen wir ihn nicht." Wirklich?
"Verhungern" alte Leute, wenn sie sterben wollen oder müssen und immer weniger essen und immer weniger werden? Kann es nicht ein Abnehmen sowohl der cerebralen wie der somatischen Zell- und Organfunktionen sein bei oft intakter Herzfunktion? Wenn ein hinfälliger alter Mensch nicht mehr ißt, und er wird künstlich ernährt, ist das nicht genauso eine künstliche Lebensverlängerung wie eine künstliche Beatmung? Ich wünsche mir eine Diskussion über die Inappetenz der Sterbenden und die Quälerei des "Nicht-verhungernlassen-Dürfens". Gibt es keine Arbeit über das Nachlassen der Gewebsfunktionen der Sterbenden? Eine weitere Äußerung eines Juristen: "Selbst wenn Sie persönlich ein Schreiben aufsetzen, im nicht mehr ansprechbaren Zustand nicht künstlich ernährt zu werden, nützt Ihnen das nichts." Schöne Aussichten für uns alle!"

 








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